Schlaganfall

Der Schlaganfall, auch Hirnschlag genannt ist eine Durchblutungsstörung im Gehirn, die plötzlich auftritt. Sie bedarf schnellster ärztlicher Hilfe, da sonst Gehirnzellen absterben und der Patient bleibende Schäden wie Lähmungen und Sprachstörungen davonträgt.

Sevda C. und ihre Nichte

Sevda C. und ihre Nichte treffen sich einmal im Monat. Mitten im Gespräch über den neuen Dozenten an der Uni fällt Sevda C. auf einmal die Kaffeetasse aus der Hand. Die 76-Jährige und ihre Nichte lachen darüber, es ist ja auch eine komische Situation. Doch Sevda C. merkt, dass es ihr auf einmal nicht gut geht und ihr das Sprechen schwer fällt.

Sevda ist sehr beunruhigt

Ihr rechter Arm ist schwach, sie kann nur noch undeutlich reden. Die Nichte bringt ihre Tante nach Hause. Aber es wird schlimmer, sie kann immer schlechter sprechen und ihren Arm kaum noch nutzen.

Zuhause wird es nicht besser

Die Nichte ruft den Notarzt. „Das ist die richtige Entscheidung“, sagt Dr. Ingmar Gröning, Chefarzt der Zentralambulanz im Evangelischen Krankenhaus Mülheim (EKM). „Motorische Defizite und Kraftminderungen, die plötzlich auftreten, sind klassische Zeichen für einen Schlaganfall – dann sollte man sofort die 112 anrufen.“ 

   

   

Chefarzt

Chefarzt Dr. med.

Ingmar Gröning  

Tel.: 0208 309-2168

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Bei einem Schlaganfall zählt Schnelligkeit: „Pro Minute sterben rund 1,9 Millionen Nervenzellen im Gehirn ab“, sagt Christian Triebel, Chefarzt der Klinik für Geriatrie und Neurogeriatrie und ärztlicher Leiter der Stroke Unit, der Schlaganfall-Spezialstation am EKM. Je schneller die Ärzte mit der Therapie beginnen, desto größer sind die Chancen, dass die Symptome wieder verschwinden.

Vier von fünf Schlaganfällen werden durch einen Verschluss eines Blutgefäßes im Gehirn verursacht. Dadurch wird die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung der Gehirnzellen eingeschränkt oder unterbrochen. Um zu sehen, wo sich das Blutgerinnsel, das das Gefäß verschließt, befindet, machen die Ärzte in der Zentralambulanz Schnittbildaufnahmen des Gehirns und der hirnversorgenden Gefäße mit einem Computertomografen (CT).

Bei Sevda C. ist das Gerinnsel in einer Hirnarterie aufgetreten, eine begleitende Blutung besteht nicht. Sofort beginnen die Ärzte in der Zentralambulanz mit der Lysetherapie.

    

„Dafür ist es wichtig, dass die Betroffenen schnell im Krankenhaus sind, denn sie kann nur in einem engen Zeitfenster von  4,5 Stunden angewandt werden“, so Triebel. „Danach ist das Blutungsrisiko zu hoch.“ Bei dieser Therapie wird das Gerinnsel durch eine Infusion mit dem Enzym Alteplase aufgelöst. Auch eine Operation, die Thrombektomie, kann unter bestimmten Bedingungen Erfolg bringen.

   

Oberarzt Hans Christian Triebel

Chefarzt

Christian Triebel

Tel.: 0208 309-2604

Fax: 0208 309-3124

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Eine Lystetherapie hilft

Sevda C. aber erhält die Lysetherapie. Sie liegt nun auf der Stroke Unit, wo ihre wichtigsten Vitalparameter wie Temperatur, Herzfrequenz, Blutdruck oder Atemfrequenz ständig überwacht werden. Von dort kommt sie nach drei Tagen auf eine normale Station. „Nach der Lysetherapie werden die Symptome oftmals besser oder verschwinden im optimalen Fall sogar ganz“, sagt Christian Triebel. „Wenn das Kontroll-CT keine Komplikationen und keinen weiteren Infarkt anzeigt, kann ein Patient in der Regel etwa zehn Tagen nach dem Schlaganfall wieder nach Hause oder gegebenenfalls in eine Anschlussheilbehandlung.“

Unsere Kliniken sind auf Patienten mit Schlaganfall eingestellt. 

Die Klinik dient der stationären medizinischen Versorgung von Patienten, die in der Regel 70 Jahre und älter sind. Weil Patienten in diesem Alter oft an mehreren Erkrankungen gleichzeitig leiden (Multimorbidität), besteht hier ein besonderer Behandlungsbedarf. Mehr »

Die Zentralambulanz, kurz ZAMB, ist rund um die Uhr an allen Tagen geöffnet. Sie ist Anlaufstelle für ambulante und Notfallpatienten, die per Notarzt-, Rettungs- oder Krankenwagen, über eine Einweisung oder eigenständig unser Krankenhaus aufsuchen. Hier geht die Versorgung nahtlos vom Rettungsdienst auf das Krankenhaus über.

Die Pflege- und Sozialberatung unterstützt Sie bei den notwendigen Schritten für die Zeit nach dem Klinikaufenthalt, wenn Sie Betreuung zu Hause oder in einer stationären Einrichtung benötigen. Wir besuchen Sie gerne am Krankenbett, Sie können aber auch einen Termin mit uns in unserem Büro vereinbaren.

Infobox

Auf der Stroke Unit arbeitet ein interdisziplinäres Team aus speziell ausgebildeten Ärzten, Pflegekräften, Physiotherapeuten, Sprachtherapeuten, Ergotherapeuten sowie den Mitgliedern des Pflege- & Sozialdienstes zusammen.

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