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Sport-Therapie bei arterieller Verschlusskrankheit

Es ist klar, dass Gudrun N. etwas ändern muss. Sie hat oft Schmerzen in den Beinen und bekommt beim Gehen schnell Krämpfe. Ihr Hausarzt diagnostiziert Durchblutungsstörungen in einem frühen Stadium.

Gudrun N. war noch nie besonders sportlich. Die 67-Jährige ist leicht übergewichtig und hat eine Vorliebe für Kuchen und Süßes. „Übergewicht und zu wenig Bewegung sind Risikofaktoren für die periphere arterielle Verschlusskrankheit, die pAVK“, sagt Privatdozent Dr. Alexander Stehr, Chefarzt der Gefäßchirurgischen Klinik am Evangelischen Krankenhaus Mülheim (EKM). Auch eine cholesterin- und kochsalzreiche Ernährung, starkes Rauchen, Stress und Erkrankungen wie Diabetes mellitus, hoher Blutdruck und ein zu hoher Cholesterinspiegel gehören dazu.

Bei der Erkrankung wird das Gewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Blut versorgt. Denn Plaqueablagerungen in den Arterien beeinträchtigen den Blutfluss. Der Hausarzt rät Gudrun N. zu mehr Bewegung und einer Ernährungsumstellung. Doch sie zögert. Was für eine Sportart soll sie denn jetzt anfangen, mit 67 Jahren und ihrer Unsportlichkeit? Sie hat Angst, sich lächerlich zu machen und nicht mithalten zu können.

Die Tochter einer Freundin empfiehlt ihr die Sporttherapie in einem Gesundheitszentrum. „Wir bieten unseren Patienten das Gehtraining. Die Teilnehmer werden von erfahrenen Sporttherapeuten während der Therapie angeleitet und brauchen daher keine Vorkenntnisse“, sagt Susanne Goy, Leitende Physiotherapeutin des Gesundheitszentrums Physalis. Einmal in der Woche gehen die Teilnehmer gemeinsam. „Bei gutem Wetter sind wir draußen an der frischen Luft und bei schlechtem Wetter bleiben wir in unserem Trainingsraum.“

„Die Bewegung sorgt dafür, dass das Blut mit mehr Kraft durch die Gefäße gedrückt wird und sich an verengten Stellen Ersatzblutbahnen bilden“, sagt Dr. Stehr. „Es wird mehr sauerstoffreiches Blut in die Beinmuskulatur transportiert.“ So können die Patienten in den Anfangsstadien der Krankheit ihre Beschwerden lindern. „Es ist auch eine gute Möglichkeit, der Krankheit vorzubeugen, wenn Risikofaktoren vorliegen.“ Das Gehtraining wird als anerkannter Präventionskurs von den gesetzlichen Krankenkassen bis zu 80 Prozent bezuschusst.

Der Sporttherapeut bestimmt gemeinsam mit Gudrun N. ihre schmerzfreie und maximale Gehstrecke. Während des Trainings geht sie zunächst 10 Minuten lang und anschließend führt sie unterstützende Übungen wie Kniebeugen oder Dehnung der Wadenmuskulatur durch. Nach einer Pause geht Gudrun N. auf ihrer Strecke weitere 10 Minuten und ergänzt dann das Training durch weitere Übungen. Die Therapie wird dadurch abwechslungsreich. Die Stimmung in der kleinen Trainingsgruppe ist heiter, Bewegung macht schließlich Spaß. Auch Gudrun N. hat hier die Freude an Bewegung wiederentdeckt.

Gudrun N. ist zufrieden mit der Sporttherapie. Sie fühlt sich gut betreut und bemerkt nach einigen Wochen Verbesserungen.


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