Gefäßzentrum Mülheim

Das Gefäßzentrum Mülheim ist die Kooperation von verschiedenen medizinischen Fachdisziplinen, die sich mit Gefäßkrankheiten konservativ, interventionell und operativ beschäftigen. Der stationäre Sektor wird im wesentlichen durch die Gefäßchirurgische Klinik als auch durch das Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie sicher gestellt, der ambulante Sektor durch die Gefäßchirurgische Praxis Mülheim. Hierdurch ist es gelungen, ambulante und stationäre Leistungen Hand in Hand anzubieten.

Zentrumskoordination

Ärztlicher Leiter MVZ Mülheim

Ärztlicher Leiter MVZ Mülheim

Dr. Hans-Georg Knoob M.Sc

Tel.: 0208/40920600

Fax: 0208/40920669

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Chefarzt Prof. Dr. med. 
Claus Nolte-Ernsting
Tel.: 0208 309-2701
Fax: 0208 309-2725
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Krankheitsbilder und Symptome

Unter Gefäßkrankungen leiden allein in Deutschland Millionen von Menschen. Die Inzidenz steigt aufgrund der zunehmenden Altersstruktur und den daraus resultierenden Begleiterkrankungen wie z.B. Diabetes an.

Während sich eine Vielzahl von Gefäßerkrankungen vornehmlich im höheren Lebensalter manifestiert, können sich diese aber auch in jüngeren Lebensjahren entwickeln. Dies beinhaltet insbesondere Gefäßentzündungen, Gefäßmissbildungen, oberes und unteres Engpasssyndrom (TOS, Entrapmentsyndrom), Venenleiden und u.a.

In vielen Fällen entscheidet die frühzeitige Diagnosestellung und Therapie über den weiteren Verlauf. Wir entwickeln nach der Diagnosestellung einen individuellen Behandlungsplan, um Ihnen die möglichst höchste Heilungsrate zu bieten.

  • Erweiterung der Hauptschlagader im Brust- und Bauchbereich
  • Periphere Arterielle Verschlußkrankheit (pAVK)
  • Der diabetische Fuß
  • Verengung der Halsschlagader (Carotisstenose)
  • Krampfadern (Varizen)
  • Arterielles und venöses Entrapment
  • Toracic Outlet Syndrom
  • Shuntchirurgie zur Blutwäsche
  • Minderversorgung des Darmes und der Leber (Angina abdominalis)
  • Thrombosen
  • Chronisch venöse Insuffizienz
  • Infektionen bei Gefäßprothesen und deren Ersatz

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Erweiterung der Hauptschlagader (Aortenaneurysma)

Was ist eine Hauptschlagader-Erweiterung?

Während die normale Hauptschlagader zwischen 15 und 21 mm im Durchmesser beträgt, kommt es unter Gewissen Umständen zu einer Erweiterung. Eine Behandlungsindikation ist entweder abhängig von der Größe oder Wachstumsverhalten.

Ist ein Bauchaortenaneursyma gefährlich?

  • Wenn das Aneurysma plötzlich platzt, kann es zu innen Blutungen kommen
  • In einem unbehandeltem Aneurysma kann sich ein Blutgerinsel bilden, dass zu einem akuten Verschluss in den Beinen führen kann.

Welche Ursachen gibt es?

  • Gefäßverkalkung (Arteriosklerose)
  • Nach Hauptschlagaderverletzungen im Rahmen von Unfällen
  • Bei erblicher Bindegewebsschwäche
  • Im Rahmen bestimmter Krankheiten (z.B. Bluthochdruck, Marfan, etc.)
  • Durch invasive Untersuchungs- Behandlungsmethoden (z.B. Angiografie, Herzkathter, etc.)

Welche Symptome können auftreten?

In der Regel bleibt die Erweiterung der Hauptschlagader für die Patienten lange unbemerkt. In diesem Stadium (asymptomatisches Aneurysma) kann die Erkankung nur im Rahmen von Screening-Untersuchungen oder als Zufallsbefund bei bildgebenden Verfahren (CT, MRA, Sonografie) entdeckt werden. Wenn Symptome auftreten ist dies als instabiles Aneurysma mit drohender Ruptur (Platzen) zu werten. Symptome können sein:

  • Rückenschmerzen
  • Bauchschmerzen
  • Beschwerden in im Bereich der Wirbelsäule und Nieren

Wenn das Aneurysma platzt, treten in der Regel plötzliche, sehr starke Bauchschmerzen/Rückenschmerzen auf.

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

  • Familienanamnese
  • Körperliche Untersuchung (Abtasten des Bauchs (Abdomen))
  • Ultraschalluntersuchung

Schaufensterkrankheit (Periphere Arterielle Verschlusskrankheit - pAVK)

Was ist die Schaufensterkrankheit?

Durch eine Erkrankung der Arterien kommt es zu Engstellen (Stenosen) oder Verschlüssen im Blutgefäßsystem. Das Blut kann nicht mehr richtig fließen. Durch diese Durchblutungsstörungen treten zunächst Schmerzen beim Gehen auf, die den Patienten zwingen, nach einer bestimmten Gehstrecke stehen zu bleiben und zu pausieren. Bei Nichtbehandlung kann es im weiteren Verlauf zu Ruheschmerzen bis hin zum Gebeuntergang kommen.

Welche Ursachen gibt es?

  • Arterienverkalkung (Arteriosklerose)
  • Infektionen des Gefäßsystems (Vaskulitiden)
  • Unfallbedingte Durchblutungsstörungen
  • Kompressionssyndrom

Eine Arteriosklerose kann durch folgende Risikofaktoren gefördert werden:

  • Nikotinkonsum
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Hoher Blutdruck
  • Fettstoffwechselstörungen

Welche Symptome können auftreten?

Die Symptome der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit können in insgesamt 4 Stadien eingeteilt werden:

  • Stadium I:
    es liegen keine Beschwerden (asymptomatische pAVK)
     
  • Stadium II:
    Beschwerden beim Gehen

    > 200 Meter Gehstrecke (Stadium IIa)

    < 200 Meter Gehstrecke (Stadium IIb)
     
  • Stadium III:
    Ruheschmerzen
     
  • Stadium IV:   
    Absterben des Gewebes (Nekrose)

    Kleine Wunden heilen nicht mehr ab
     
  • Ab Stadium III und IV besteht unmittelbare Behandlungsnotwendigkeit.

Weitere Begleitfolgen:

Da Gefäßschäden in der Regel generalisiert auftreten, ist es wichtig, weitere Organsysteme zu untersuchen. Hier insbesondere:

  • Herz
  • Halsschlagadern und Gehirn
  • Hauptschlagader

Der diabetische Fuß (Das diebtische Fuß-Syndrom – DFS)

Was ist das diabetische Fußsyndrom?

Der diabetische Fuß ist eine Folgeerkrankung der Zuckerkrankheit  (Diabetes mellitus). Aufgrund einer Störung des Stoffwechsels durch Insulinmangel kann der Körper nicht ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden. Es kommt zu Nervenschäden (Neuropathie) und Durchblutungsstörungen (peripherer Arteriopathie).

Welche Symptome können auftreten?

Nervenschäden

  • Taubheitsgefühl, Brennen, Kribbeln in den Zehen und den Füßen.
  • Das Gefühl, auf Watte zu laufen sowie das Gefühl, kalte Füße zu haben, obwohl diese warm sind.
  • Schmerz bei ruhenden Füßen, vor allem nachts und Schmerzlinderung durch Umhergehen oder Kühlen.
  • Gelenkschwellungen sowie starke Neigung zum Verhornen und zu Nagelpilz.
  • Verminderung oder Verlust von Temperatur- und Schmerzempfinden

Durchblutungsstörungen

  • kalte Füße
  • Dünne, pergamentartige, bläulichblasse Haut
  • Druckstellen (rötliche Hautflecken, die sich nicht wegstreichen lassen)
  • Wadenschmerzen oder -krämpfe beim Gehen - Linderung durch Stehenbleiben, umgangssprachlich auch Schaufensterkrankheit genannt.
  • Schlecht heilende Wunden

Welche Faktoren begünstigen die Entstehung des diabetischen Fuß-Syndroms?

  • Hoher Blutzuckerspiegel
  • Vermindertes Schmerzempfinden
  • Eingeschränkte Bewegung
  • Verminderte Durchblutung

Was kann ich tun?

  • Tägliche Kontrolle Ihrer Füße auf Veränderungen und Verletzungen
  • Gute Fußpflege
  • Gute Blutzuckerwerte
  • Gesunde Ernährung und Bewegung

Verengung der Halsschlagader (Carotisstenose)

Was ist eine Carotisstenose?

Eine Carotisstenose ist die Einengung der hirnversorgenden Halsschlagader, die in der Regel durch Arteriosklerose verursacht wurde.

Durch die Verengung kommt es zu einer Mangeldurchblutung bis hin zu einem kompletten Verschluss der Arterie. Es ist davon auszugehen, dass dadurch allein in Deutschland 30.000 Schlaganfälle auftreten.

Welche Symptome können auftreten?

Die Symptome einer Carotisstenose können in insgesamt 4 Stadien eingeteilt werden:

Eine Einengung der Halsschlag ader verläuft n der Regel für den Patienten zunächst unbemerkt, wenn es zu einer Minderversorgung kommt.

  • Stadium I:
    komplett symptomlos (asymptomatisch)
     
  • Stadium II:     
    vorübergehende Ausfallserscheinungen („kleiner Schlaganfall“), z.B.
    kurzzeitige Lähmung eines Armes und/Oder Beine
    Sehstörungen
     
  • Stadium III:
    frischer Schlaganfall (Apoplex)

     
  • Stadium IV:
    abgelaufener Schlaganfall mit bleibenden Schäden

Welche Risikofaktoren gibt es?

  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Diabetes mellitus
  • Nikotinabusus
  • Hohe Colesterinwerte

Wie wird eine Carotisstenose behandelt?

  • Medikamentöse Behandlung
  • Operative Entfernung der Ablagerungen (Plaques)
  • Einsatz eines Stents (Gefäßstütze), der das Gefäß stärken und offen halten soll

Krampfadern (Varikosis)

Das Wort „Krampfader“ leitet sich aus dem Begriff XXX ab und bezeichnet eine Erweiterung der oberflächlichen Venen. Unbehandelt kann es auch zu einer Schädigung auch des tiefen Venensystems kommen und führt nicht selten zu Beschwerden und Hautveränderungen des betroffenen Beines (offenes Bein).

Welche Ursachen gibt es?

  • Bindegewebsschwäche (hierbei erschlaffen die Venenwände, die Venenklappen, die das Blut verbleibt in den oberflächlichen Venen, obwohl es in das tiefe Venensystem abfließen sollte)
  • Langes Stehen und Sitzen
  • Schwangerschaft

Welche Symptome können auftreten?

  • Anfängliche diskrete Spannungs- oder Schweregefühl in den Beinen
  • Juckreiz der Haut
  • Bei warmen Wetter Verschlimmerung der Symptome
  • Verdickte Venen in geschlängelter und verästelter Form
  • Wassereinlagerungen, Bildung von Ödemen
  • Bräunliche Verfärbung und Verhärtung der Haut

Wie kann ich vorbeugen?

  • Bei Veranlagung Meidung großer Hitze und Wärme (Außentemperatur, Sauna)
  • Wechselduschen
  • Hochlagerung der Beine
  • Ausdauersport (Laufen, Schwimmen, Radfahren, Tanzen)
  • Langes Stehen oder Sitzen vermeiden
  • Kompressionsstrümpfe
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