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Pressemitteilung


20.04.15

Im Treff um 11 über Herzerkrankungen fordert Chefarzt Prof. Dr. Feraydoon Niroomand die intensive Auseinandersetzung mit dem Patienten

So verschieden wie die Menschen sind auch ihre Herzerkrankungen: Über Wege zur Vereinbarkeit einer wissenschaftlichen und ganzheitlichen Medizin berichtet Prof. Dr. Feraydoon Niroomand, Chefarzt der Kardiologischen Klinik, beim Treff um 11 im Ev. Krankenhaus Mülheim am Samstag, den 25. April, ab 11 Uhr.


Die Medizin von heute hat zum Ziel, sicher, standardisiert und nachweislich wirksam zu sein. Sie will damit auch eine moderne Naturwissenschaft sein. Das Prinzip einer jeden Wissenschaft ist es, allgemeingültige Aussagen zu treffen. Der Menschliche Organismus ist allerdings so hochkomplex, dass trotz der überwiegenden Gemeinsamkeiten (Menschen unterscheiden sich nur in einem Promille ihres Erbguts untereinander) Individuen sehr verschieden sind. Und ihre Krankheiten sind es noch viel mehr. Und so steht die Medizin seit jeher vor dem Problem, das allgemein Gültige und individuell Verschiedene in Einklang zu bringen. Durch die großen Erfolge der Wissenschaft in der Medizin ist allerdings letzteres immer mehr in den Hintergrund geraten und wird heute in nicht mehr zu vertretender Weise vernachlässigt. Ziel der Medizin in den nächsten Jahren muss es daher sein, wieder personalisierter und damit ganzheitlicher zu werden.

Intensive Auseinandersetzung mit dem Patienten gefordert

Die wichtigste Voraussetzung, dieser Kunst gerecht zu werden, ist es, sich intensiv mit dem Patienten zu befassen, statt nur fachspezifische Befunde zu erheben und zu behandeln. Wie manifestiert sich nun eine personalisierte Krankenversorgung im klinischen Alltag? Dies lässt sich am Beispiel der häufigsten Rhythmusstörung, dem Vorhofflimmern, gut aufzeigen. Zur Behandlung steht ein weites Spektrum an Möglichkeiten zur Verfügung, das vom einfachen Betablocker bis hin zu hochkomplexen Kathetereingriffen, sogenannten Pulmonalvenenisolationen, reicht. In die Entscheidung, welche Therapie am zielführendsten ist, sollten im Sinne einer ganzheitlichen Medizin auch wichtige individuelle Faktoren wie das Alter, das Körpergewicht, Lebensgewohnheiten, Begleiterkrankungen, die Häufigkeit und Schwere der Rhythmusstörung und etliches mehr mit einfließen. Diese Tatsachen, obwohl allgemein bekannt und von den meisten Fachleuten auch anerkannt, werden leider häufig ignoriert.

Behandlung ohne nachweisbaren Nutzen und mit nicht unerheblichen Risiken

Auch vor der Behandlung einer koronaren Herzerkrankung, also von Verengungen der das Herz versorgenden Blutgefäße, sollte die Krankengeschichte sorgfältig erhoben werden. In 70 Prozent der Fälle ist es medizinisch angezeigt, vor einer Aufdehnung der Herzkranzgefäße die funktionelle Bedeutung dieser Engstelle mittels Messung der sogenannten fraktionellen Flussreserve zu bestimmen. Bei dieser Messung fließen individuelle Faktoren wie die Größe des Versorgungsgebiets, die Vitalität des versorgten Areals und die Ausbildung von Kollateralen, also einer ersatzweisen Versorgung über andere Gefäße, mit ein. Tatsächlich durchgeführt wird diese etwas aufwendigere Zusatzuntersuchung aber nur in weniger als fünf Prozent aller Fälle. Viel gravierender ist aber, das viel zu häufig eine Aufdehnung von Herzkranzgefäßen erfolgt, deren nachweisbarer Nutzen fehlt, und deren Risiken und Folgeschäden nicht unerheblich sind.

Die Problematik trifft fast alle Bereiche der kardiovaskulären Medizin, bis hin zu den Ratschlägen zur Vorbeugung von Herz-Kreislauferkrankungen. Über Möglichkeiten, hier bessere Wege einzuschlagen, referiert Chefarzt Dr. Feraydoon Niroomand im „Treff um 11“ am Samstag, den 25.04.2015 um 11 Uhr im Konferenzsaal des EKM in Haus B, 10. Obergeschoss. Wie immer bleibt am Ende des Vortrags Raum für Fragen aus dem Publikum. Der Eintritt zu der ca. 1,5 Stunden dauernden Veranstaltung ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


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