Hygienemanagement

Der Fachbereich Hygienemanagement besteht in unserem Haus aus einer leitenden Hygienemanagerin mit zwei Hygienefachkräften, einem Krankenhaushygieniker, 18 hygienebeauftragten Ärzten und einem Team aus mehr als 34 Hygienefachkräften in der Pflege. Die gebündelten Erfahrungen und das umfassende und aktuelle Know-how sorgen dafür, dass der Hygienestandard im EKM seit Jahren auf einem anhaltend hohen Niveau liegt und das Krankenhaus im Bereich Hygiene eine Spitzenposition im Ruhrgebiet einnimmt.

Ansprechpartner

Hygiene- und Gesundheitsmanagerin

Hygiene- und Gesundheitsmanagerin

Gabriele Kantor

Tel.: 0208 309-4304

Fax: 0208 309-2253

Multiresistente Erreger

Was bedeutet es, wenn ein Krankheitserreger „resistent“ ist?

Fast immer sind mit multiresistenten Erregern Bakterien gemeint. Wenn ein Bakterium resistent ist bedeutet das, dass die normalerweise zur Behandlung einer durch Bakterien verursachten Infektion verwendeten Antibiotika nicht mehr wirken. Häufig stehen mehrere unterschiedliche Antibiotika für die Behandlung der Infektion zur Verfügung. Sind mehrere Antibiotika gegen die Bakterien nicht mehr wirksam, spricht man von „Multi-Resistenz“ oder „Multiresistenten Erregern (MRE)“. Werden von solchen Erregern Infektionen verursacht, sind diese nur noch sehr schwer zu behandeln. Die Eindämmung von MRE ist nötig, um schwerwiegende Erkrankungen, wie z.B. eine Lungenentzündung, nach wie vor erfolgreich behandeln zu können. Die wichtigsten MRE sind:

  • MRSA – Methicillin resistenter Staphylokokkus aureus
    Einige Menschen tragen ein Bakterium namens Staphylokokkus aureus in der Nase und evtl. auch auf der Haut. MRSA ist eine Variante dieses Staphylokokkus aureus Bakteriums. MRSA kann Erkrankungen wie z. B. Wundinfektionen und Lungenentzündungen verursachen.
  • MRGN – Multiresistente Gram-negative Bakterien
    Gram-negative Stäbchenbakterien gehören zur normalen Darmflora. Bei einigen dieser Bakterien wird schon seit Jahren eine Zunahme der Resistenz gegen mehrere Antibiotika beobachtet. Die MRGN können Erkrankungen wie z.B. Wund- und Harnwegsinfektionen und Lungenentzündungen verursachen
  • VRE – Vancomycin resistente Enterokokken
    Enterokokken sind ein normaler Bestandteil der bakteriellen Darmflora des Menschen. In den letzten Jahren wurden zunehmend Enterokokken beobachtet, die resistent gegen das wichtige Antibiotikum Vancomycin sind. Solche VRE können, insbesondere bei Schwerkranken, zu schwierig zu behandelnden Infektionen führen.

Wo kommen MRE vor?

Das Auftreten von MRE steht vor allem mit dem Einsatz von Antibiotika (z.B. zur Behandlung von Infektionen bei Patienten oder auch in der Veterinärmedizin) in Zusammenhang. Um zu überleben, werden ursprünglich Antibiotika-empfindliche Erreger unter Antibiotikatherapie resistent. Bakterien können die Resistenzmechanismen auch aktiv untereinander austauschen. Als Folge dieser Entwicklungen sind bei einigen Menschen MRE bereits Bestandteil der normalen Darm- oder auch Hautflora. MRE können unseren Körper besiedeln, ohne Probleme zu verursachen. Von allen im Krankenhaus vorkommenden MRE werden zu mehr als 80% bereits von den Patienten mitgebracht.

Wie werden MRE übertragen?

Eine Übertragung von MRE im Krankenhaus findet vor allem durch direkten engen Kontakt mit besiedelten oder erkrankten Patienten, oder deren unmittelbarer Umgebung statt. Um eine Übertragung auf sich oder andere zu vermeiden, ist die Händedesinfektion die wichtigste Maßnahme.

Welches Risiko besteht durch MRE?

Die Resistenz gegenüber Antibiotika ist ein globales Problem, das für den Einzelnen immer dann wichtig wird, wenn MRE nicht mehr nur den Darm oder die Haut besiedeln sondern zu Erkrankungen – also Infektionen – führen. Bei diesen Infektionen besteht dann die Gefahr, dass sie deutlich schwieriger zu behandeln sind. Gefährdet sind vor allem schwer kranke und chronisch kranke Menschen.

Jeder Einzelne kann zum Schutz von Allen beitragen.

Wenn Sie Angehörige oder Bekannte mit MRE im Krankenhaus besuchen dann achten Sie darauf, dass Sie vor und nach den Besuchen eine Händedesinfektion durchführen. Meistens werden sich die Patienten mit MRE in Isolation befinden. Bitte wenden Sie sich in diesem Fall an das Stationspersonal.

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