Schmerzen nach der OP

An dieser Stelle stellen wir Themen aus dem Krankenhaus- und Patientenalltag vor. Mit fiktiven Patientengeschichten und für den Laien verständlich geschrieben erklären unsere Chefärzte, was genau ein Reizmagen ist oder warum es wichtig ist, Rollatoren richtig einzustellen. Die Texte dieser Serie wurden auch in der Mülheimer Woche veröffentlicht.

Jana P. werden die Eierstöcke entfernt.

Sie ist gut auf die Operation vorbereitet und fühlt sich von ihrem Anästhesisten umfassend beraten. Sie hat allerdings Angst vor den Schmerzen nach der Operation.

 

Was ist, wenn ich Schmerzen habe, nach einer Schwester klingele – und diese gerade bei einem anderen Patienten ist“, fragt sich Jana P. Diese Sorgen haben viele Patienten, vor allem nach größeren Operationen, weiß Prof. Dr. Eva Kottenberg, Chefärztin der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie des Evangelischen Krankenhauses Mülheim (EKM). „Es ist wichtig, den Patienten diese Ängste zu nehmen – und natürlich ist es wichtig, postoperative Schmerzen zu vermeiden.“ Denn Schmerzen schränken nicht nur die Lebensqualität ein, sie vergrößern auch das Risiko, dass Nebenwirkungen auftreten, und können in eine Chronifizierung übergehen, das heißt, sie können dauerhaft bestehen bleiben.

 

 

   

Chefärztin Prof. Dr. med. Eva Kottenberg, DEAA, MHBA

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„Wir haben zum Beispiel spezielle Schmerzstandards, die lange Wartezeiten vermeiden“, sagt Prof. Dr. Kottenberg. Oft ist es so, dass ein Patient Schmerzen hat und nach einer Pflegekraft klingelt. Die Pflegekraft kommt, spricht mit dem Patienten, holt einen Arzt, der dann das Schmerzmittel verordnet. Diese Abläufe können bis zu 55 Minuten dauern. „Im Evangelischen Krankenhaus ist es so, dass die Pflegekraft das Schmerzmedikament nach einem ärztlich angeordneten Schmerzstandard sofort geben darf – das verkürzt enorm  die Zeit für unsere Patienten.“

Jana P. spricht vor der Operation offen mit dem Anästhesisten über ihre Angst – und dieser beruhigt sie: Jana P. erhält nach der OP eine computergesteuerte Schmerzpumpe. Darüber kann sie sich selbst Schmerzmedikamente verabreichen. „Die Menge an Schmerzmitteln  wird von einem Anästhesisten festgelegt. Die Pumpe ist außerdem so programmiert, dass eine Überdosierung nicht möglich ist“, erklärt Prof. Dr. Kottenberg

Diese Schmerzpumpen erhalten in der Regel Patienten, bei denen größere Eingriffe erfolgen, zum Beispiel Darm- oder Magenoperationen, große Unterleibsoperationen wie Eierstock-Entfernungen oder Tumorentfernungen an der Bauchspeicheldrüse oder der Leber. „Voraussetzung ist, dass der Patient orientiert ist und die Anwendung der Pumpe versteht“, sagt die Chefärztin. Je nach Verfahren wird das Medikament entweder über einen Venenzugang oder über einen Regionalanästhesie-Katheter verabreicht.

Jana P. hat ihren Eingriff gut überstanden, sie kommt mit der Schmerzpumpe gut zurecht. Morgens und nachmittags kommt außerdem ein Anästhesist zur Schmerzvisite und kontrolliert, ob Jana P. an Schmerzen leidet. „Wir nutzen eine spezielle Skala, um zu überprüfen, wie stark die Schmerzen sind“, erklärt Prof. Dr. Kottenberg. Die sogenannte numerische Analogskala geht von 0 bis 10: 0 bedeutet kein Schmerz, 10 sind die stärksten vorstellbaren Schmerzen. „Wenn die Schmerzen über 5 sind, hat der Patient sehr starke, unangenehme Schmerzen, die ihm lästig sind, die ihn auch sehr traumatisieren.“ Jana P. schwankt auf der Skala zwischen 0 und 2 – und freut sich bereits jetzt auf ihre Entlassung.

Unser Haus ist auf intensivmedizinische Maßnahmen eingestellt

Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie

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Intensivstation

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