Schleier vor einem Auge

Diabetes kann zu einer Schädigung der kleinen (kapillaren) Gefäße führen, welche die Retina mit Blut versorgen. Diese Kapillargefäße können durch hohen Blutzucker und hohen Blutdruck geschädigt werden, indem sich kleine Bläschen, sogenannte Mikroaneurysmen, bilden.

Tom Z. sitzt im Garten

Er trinkt mit seiner Frau im Garten eine Tasse Kaffee, als er plötzlich, von einer Minute auf die andere, einen dichten Schleier vor einem Auge hat. Er reibt sich die Augen, aber es wird nicht besser. Seine Frau fährt ihn sofort zu seinem Augenarzt.

   

Der untersucht Tom Z. und fragt ihn nach anderen Erkrankungen. Tom Z. erzählt, dass er an Diabetes erkrankt ist. Entdeckt wurde es erst vor kurzem, aber wahrscheinlich leidet er schon seit Jahren daran. Der Augenarzt kann wegen des Schleiers im Auge nur wenig erkennen und überweist den 60-Jährigen an eine Augenklinik.

   

Ablagerungen sind das Problem

„Ein hoher Prozentsatz der Menschen, die an Diabetes erkrankt sind, hat nach 20 Jahren eine Augenveränderung“, weiß Prof. Dr. Efdal Yörük, Chefarzt der Mülheimer Augenklinik am Ev. Krankenhaus Mülheim (EKM). „Die Krankheit schädigt kleine Gefäße, auch im Auge, und dadurch kommt es zu Durchblutungsstörungen – vor allem, wenn der Diabetes erst spät erkannt wird oder der Blutzucker nicht richtig eingestellt ist.“ Denn zu viel Zucker im Blut schädigt die Arterienwände und es kommt zu Ablagerungen. Durch diese Engstellen wird der Blutfluss gestört.

   

Auch die Durchblutung der kleinen Gefäße an der Netzhaut leidet darunter. „Der Körper reagiert darauf: Um die Netzhaut weiterhin mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen, wachsen neue Gefäße“, sagt Prof. Yörük. Da diese Zellen sehr schnell wachsen, sind manche von ihnen undicht – und das kann zu einer Einblutung ins Auge führen.

Ultraschall schafft Klarheit

Bei Tom Z. machen die Ärzte einen Ultraschall des Auges, um zu prüfen, ob seine Netzhaut in Ordnung ist. „In diesem Fall handelt es sich um eine Blutung in den Glaskörper“, sagt Prof. Yörük. „Ein kleiner Tropfen Blut reicht dabei schon aus, um das Sehen gravierend zu verschlechtern.“

   

Tom Z. muss vier bis sechs Wochen warten, bis das Blut im Auge abgebaut wurde. Nach mehreren Tagen merkt er bereits, dass er wieder besser sehen kann. Nach sechs Wochen ist das Auge wieder klar und die Ärzte können schauen, wo das Blut hergekommen ist. Tom Z. wird über die Armvene ein Farbstoff injiziert, der sich überall verteilt, auch an der Netzhaut. Durch die geweitete Pupille können die Ärzte sehen, welche Bereiche der Netzhaut nicht gut durchblutet sind. „Dort, wo diese schlecht durchbluteten Zellen sind, treten immer wieder neue Blutungen auf. Daher veröden wir die einzelnen Bereiche mit einem Laser“, sagt Prof. Yörük. Für den Betroffenen hat das in der Regel keine sichtbaren Einschränkungen zur Folge. „Und auch die Sehstärke ist davon nicht beeinträchtigt.“ Der Eingriff wird ambulant gemacht, Tom Z. kann danach direkt wieder nach Hause.

„Er ist froh, dass er wieder ohne Schleier sehen kann. Er geht nun ein bis zwei Mal im Jahr zur Kontrolle zu seinem Augenarzt. „Und natürlich ist es sehr wichtig, dass der Diabetes gut eingestellt ist“, betont Prof. Yörük. „Damit es gar nicht erst zu solchen Durchblutungsstörungen kommt.“

Unsere Kliniken

Augenklinik Mülheim

Die Augenklinik am Evangelischen Krankenhaus Mülheim gehört zu den größten Augenkliniken in NRW und bietet in Diagnostik und Therapie das vollständige Spektrum modernster Augenheilkunde an. Sowohl im konservativen als auch im operativen Bereich profitieren Patienten von unseren jahrelangen Erfahrungen und speziellen Kenntnissen. mehr »

Eine Kooperation mit

Weitere Geschichten aus dem Krankenhausalltag finden Sie hier.
Weitere Geschichten aus dem Krankenhausalltag finden Sie hier.

     

Impressum
Datenschutzerklärung