Herzinfarkt beim Schneeschippen

Wenn starke körperliche Belastung, Kälte und Ärger zusammenkommen, ist das für unser Herz eine gefährliche Mischung. Beim winterlichen Schneeräumen kommt alles zusammen. Daher ist Vorsicht geboten.

Jochen F. hadert mit dem Winter

Es hätte so ein schöner Morgen sein können: Kaffee, Zeitung, Brötchen. Wenn nicht fünf Zentimeter Schnee vor der Haustüre lägen. Jochen F. muss Schnee schippen. Dabei kommt so viel zusammen, was der 67-Jährige nicht mag: Kälte, anstrengende Arbeit – und das alles womöglich noch vor dem Frühstück. Nach kurzer Zeit bricht ihm der Schweiß aus, er hat Atemnot und verspürt Schmerzen hinter dem Brustbein. „Ich bin nichts mehr gewöhnt“, denkt er.

   

Chefarzt

Chefarzt Prof. Dr. med.
Feraydoon Niroomand

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„Wer beim Schneeschippen Schmerzen in der Brust hat, der sollte sofort aufhören“, rät Prof. Dr. Feraydoon Niroomand, Chefarzt der Kardiologischen Klinik am Evangelischen Krankenhaus Mülheim (EKM). Auch bei plötzlicher Atemnot, Übelkeit oder Schweißausbrüchen kann es sich um einen Herzinfarkt handeln.

„Wir bekommen es sofort zu spüren, wenn Schnee liegt“, sagt Prof. Niroomand. Denn dann werden mehr Patienten mit Herzinfarkten eingeliefert. „Die Kombination von körperlicher Anstrengung, Kälte und Ärger beim Schneeschippen sind ein ungewöhnlicher Stress für das Herz.“ Bei Kälte verengen sich die peripheren Blutgefäße und das Herz muss gegen einen größeren Widerstand anpumpen. Dazu kommt, dass durch die Bewegung und den Ärger Puls und Blutdruck ansteigen, auch das erhöht die Anstrengung für das Herz.

Bei einem Herzinfarkt verschließen sich Blutgefäße, die das Herz mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen, plötzlich. Dadurch werden bestimmte Bereiche der Herzmuskulatur nicht mehr durchblutet. Herzmuskelzellen, die nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werden, beginnen schon nach 20 Minuten abzusterben. Diese Zellen können sich nicht mehr regenerieren.

   
Bei Brustschmerzen sofort aufhören

Als Jochen F. aufhört, Schnee zu schippen, verschwinden die Schmerzen. „In diesem Fall kann der Patient mit den Beschwerden zu seinem Hausarzt gehen, aber möglichst noch am selben Tag“, erklärt Prof. Niroomand. Dauern die Schmerzen aber ohne die Anstrengung weiter an, muss er umgehend ins Krankenhaus.

   

„Beim Herzinfarkt ist es wichtig, sofort zu reagieren“, sagt Prof. Niroomand. Im Herzkatheterlabor können die verschlossenen Gefäße sofort wieder geöffnet, und damit das endgültige Absterben des Herzmuskels verhindert werden.

Zur Risikogruppe gehören laut Professor Niroomand besonders Männer ab 55 Jahren, die rauchen, erhöhte Blutfette haben, an Bluthochdruck oder Diabetes leiden, oder bei denen in der Familie gehäuft Herzinfarkte aufgetreten sind. „Ein Problem ist, dass der Herzinfarkt plötzlich eintritt, in der Hälfte der Fälle ganz ohne Vorwarnung“, erklärt Prof. Niroomand.

Sein Tipp für den Winter: „Ärgern Sie sich nicht, dass Sie Schnee schippen müssen, und starten Sie langsam. Wenn Beschwerden auftreten, hören Sie sofort auf!“

Als Akutkrankenhaus sind wir auf Notfälle eingestellt. 

Die Kardiologische Klinik des Evangelischen Krankenhauses ist mit über 4000 Eingriffen jährlich eine der größten Kardiologien in Nordrhein-Westfalen. Sie betreibt 96 Betten, 16 davon mit intensivmedizinischer Ausstattung. Für Notfälle wird 24-Stunden-Bereitschaft für Herzkatheterdiagnostik, Gefäßaufdehnung und Einbringung von Stents gestellt. mehr »

Die Zentralambulanz, kurz ZAMB, ist rund um die Uhr an allen Tagen geöffnet. Sie ist Anlaufstelle für ambulante und Notfallpatienten, die per Notarzt-, Rettungs- oder Krankenwagen, über eine Einweisung oder eigenständig unser Krankenhaus aufsuchen. Hier geht die Versorgung nahtlos vom Rettungsdienst auf das Krankenhaus über. mehr »

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Retten Sie Leben

Wenn eine Person bewusstlos zusammenbricht, halten Sie sich an diese drei Punkte:

  1. Prüfen.
  2. Rufen.
  3. Drücken.

Prüfen Sie, ob die Person reagiert oder atmet.

Rufen Sie die Notrufnummer 112.

Drücken Sie fest und schnell in der Mitte des Brustkorbs, etwa 100 bis 120 Mal in der Minute.

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