Familiale Pflege

Die Pflege alter und kranker Menschen im häuslichen Bereich bringt oft ein Gefühl der Unsicherheit für Angehörige mit sich. Mitarbeiter der Pflege- und Sozialberatung des Evangelischen Krankenhauses Mülheim schließen Informationslücken und geben Orientierungshilfen.

Beate P. ist 83 Jahre alt und wohnte bislang alleine in ihrer Wohnung.

Nach einem Sturz liegt sie nun im Krankenhaus und  es ist klar, dass sie sich nicht mehr alleine versorgen kann. Sie erhält einen Pflegegrad. Ihre Tochter Susanne P. möchte sie gerne zu sich nach Hause nehmen – aber es gibt so viele Fragen und Unsicherheiten. 

„An diesem Punkt kommen wir ins Spiel“, sagt Iris Hotzel von der Familialen Pflege am Evangelischen Krankenhaus Mülheim (EKM). Das Projekt bietet den Angehörigen gemeinsam mit der Pflege- und Sozialberatung umfassende Unterstützung. In einem ersten Gespräch erzählt Susanne P. im Krankenhaus von ihren Ängsten und Sorgen. Und sie erfährt, welche Unterstützung sie erhalten kann. „Wir bieten zum Beispiel ein individuelles Pflegetraining am Bett der Patientin“, sagt Iris Hotzel. Susanne P. lernt noch im Krankenhaus, wie sie ihrer Mutter rückenschonend aus dem Bett hilft und und sie beim Waschen und Anziehen unterstützen kann. 

 

   

Beata Bujara

Iris Hotzel

Tel.: 0208/309 4644

Fax: 0208/309 2646

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Vor der Entlassung schauen die Mitarbeiter, ob die häusliche Umgebung bezogen auf die Hilfsmittel und Gestaltung von Susanne P. gut vorbereitet ist. Dieser Qualitätscheck und die Gespräche, Vorbereitungen und Trainings geben Susanne P. die nötige Sicherheit. 

   

In den ersten sechs Wochen nach der Entlassung besuchen die Mitarbeiter der Familialen Pflege Susanne und Beate P. zuhause, geben weitere Pflege-Tipps und führen einen erneuten Qualitätscheck durch. „Wir schauen zum Beispiel, ob der Rollator gut eingestellt ist und die Angehörigen und Patienten damit umgehen können“, erklärt Iris Hotzel. „Oder es geht um die Frage, wo das Bett der Betroffenen am besten steht.“ Oft tauchen viele Fragen erst im Alltag auf. „Wir machen alles Schritt für Schritt, denn gerade am Anfang sind es sehr viele neue Informationen.“ 

   

Ein ganz wichtiger Bestandteil der Besuche sei aber auch das Zuhören, sagt Iris Hotzel. Das merkt auch Susanne P. Denn es gibt Tage, an denen sie einfach nicht mehr kann. „Die Angehörigen freuen sich, wenn sie jemandem ihr Herz ausschütten können, der ihre besondere Situation versteht.“ Susanne P. geht darum auch einmal im Monat zum Gesprächskreis „Café und mehr“ im EKM, in dem pflegende Angehörige sich austauschen können.

Mit Hilfe der Familialen Pflege hat sie außerdem ein Netzwerk aufgebaut, das sie unterstützt. Dazu gehören beispielsweise ein Pflegedienst und Nachbarn, die einspringen,  wenn Susanne P. Termine hat. Und eine Bekannte von Beate P. kommt einmal in der Woche vorbei, um ihr Gesellschaft zu leisten und mit ihr spazieren zu gehen. „Mit solchen kleinen Unterstützungen können wir Großes bewirken“, sagt Iris Hotzel.

Unsere Kliniken sind auf ältere Patienten eingestellt. 

Die Klinik dient der stationären medizinischen Versorgung von Patienten, die in der Regel 70 Jahre und älter sind. Weil Patienten in diesem Alter oft an mehreren Erkrankungen gleichzeitig leiden (Multimorbidität), besteht hier ein besonderer Behandlungsbedarf. Mehr »

Infobox

Die Familiale Pflege ist ein Modellprojekt von der AOK Rheinland/Hamburg, der AOK Nord/West und der Universität Bielefeld. Es ist für Angehörige aller Krankenkassen kostenfrei, wenn der Patient im EKM war und einen Pflegegrad oder einen zu erwartenden Pflegegrad hat.

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