Klinik für Unfall-, Wirbelsäulenchirurgie und Orthopädie

Die Klinik bietet ein breites Leistungsspektrum bei Erkrankungen und Verletzungen am Skelettsystem und dem Bewegungsapparat. Klassische orthopädische Krankheitsbilder und die Unfallversorgung bilden dabei Schwerpunkte.

Leitung

Chefarzt
Dr. med. Ulf Kerkhoff
Tel.: 0208 309-2461
Fax: 0208 309-2465
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Hüftarthroskopie

Indikationen

Das Verständnis der Entstehung des Hüftgelenkverschleißes hat in denletzten Jahren zugenommen. In vielen Fällen führt ein knöchernes Missverhältnis zwischen Hüftgelenkspfanne und Kopfhalsübergang desOberschenkelknochens zu einem Anschlagen und Einklemmen von Weichteilen bei Dreh- und Beugebewegungen des Hüftgelenks. Mannennt dieses Phänomen Impingement. Mit zunehmendem Lebensalter kann das zu einem Verschleiß des Hüftgelenks führen. Das Impingement lässt sich durch eine Hüft-Gelenkspiegelung erfolgreich therapieren,indem die vorstehenden Knochenanteile unter vergrößernder Sicht einer Kamera abgetragen werden. Auch Verletzungen der das Gelenk versiegelnden Gelenklippe und des Gelenkknorpels können arthroskopisch therapiert und freie Gelenkkörper entfernt werden.

Beschwerden

Beim Impingement-Syndrom des Hüftgelenks beklagen viele oft junge Patienten Schmerzen in der Leiste, über dem Rollhügel und im vorderen Oberschenkel. Beschwerden bestehen dort häufig im tiefen Sitzen, wie z.B. bei längeren Autofahrten oder beim Übereinanderschlagen der Beine. Typische Auslöser und auch das Zubinden der Schuhe oder andere Bewegungen, die mit tiefer Beugung und Innendrehung des Hüftgelenks einhergehen. Sportler beschreiben Beschwerden, die während oder kurz nach Ausüben ihrer Sportart auftreten. Gerade junge Patienten haben häufig bereits andere Spezialisten zum Ausschluss von Leistenbrüchen und Harnwegs- oder Unterleibserkrankungen aufgesucht, ohne dass eineUrsache gefunden werden konnte.

Röntgen und Kernspin-Untersuchung (MRT)

Beim Verdacht auf eine Hüftgelenkserkrankung sind Röntgen-Aufnahmen zumeist richtungweisend. Sie sollten eine Beckenübersichtaufnahme im Stand und eine Lauenstein-Aufnahme des Gelenkes unter Abspreizung der Hüfte einschließen. In vielen Fällen wird ein Verlust des Absatzes am Kopfhalsübergang des Oberschenkelknochens sichtbar. In der Beckenübersicht kann ein vorstehender Pfannenrand diagnostiziert werden (Pincer-Impingement). Mitunter hinterlässt der Kontakt mit dem Acetabulum Spuren am Kopfhalsübergang im Sinne einer sog. Kissing Läsion. Bei Verdacht auf ein Impingement- Syndrom der Hüfte oder auf einen Schaden am Knorpel oder der Gelenklippe sollte ein MRT des Beckens durchgeführt werden, damit beide Hüftgelenke im Seitenvergleich beurteilt werden können.Die übliche MRT-Bildgebung sollte unbedingt durch eine schräge Darstellung im Verlauf des Schenkelhalses ergänzt werden. Diese erlaubt genaue Aussagen über das Ausmaß der Deformität am Kopfhalsübergang, der Gelenklippe und der Tiefe der Gelenkpfanne. Die Aussagekraft eines MRT kann durch die Gabe von Kontrastmittel in das Gelenk erhöhtwerden.

Konservative Therapie

Bei frisch aufgetretenen Beschwerden kann eine konservative Therapie zunächst versucht werden. Es können vorübergehend Schmerz- und Entzündungshemmende Mittel (z. B. Ibuprofen) eingenommen werden. Eine Spritze in das betroffene Gelenk, kann die Schmerzen ebenfalls lindern. Zudem hat sie eine wichtige Bedeutung, um die Diagnose etwa gegenüber ausstrahlenden Rückenbeschwerden abzugrenzen. Bei knöchernenFehlbildungen ist der Nutzen von Physiotherapie begrenzt.

Ablauf der Operation 

Hüft-Arthroskopien werden in Vollnarkose durchgeführt. Die straffe Führung des Gelenks erfordert dieLagerung des Patienten auf einem speziellen OP-Tisch. Der Zugang zum Gelenk erfolgt über zwei kleine Schnitte am Oberschenkel von etwa 1,5 cm Länge. Diagnostische Arthroskopien lassen sich in etwa 30 Minuten durchführen. Die Therapie von Schäden an Knorpel oder der Gelenklippe und die Abtragung knöcherner Vorsprünge dauert in der Regel etwa 60 Minuten. Es schließt sich ein Krankenhausaufenthalt von ca. 3–5 Tagen an.

Chancen, Grenzen und Risiken 

Insbesondere bei jüngeren Patienten, die unter schmerzhaften Bewegungs- einschränkungen der Hüfte leiden, hat die Gelenkspiegelung sehr gute Erfolgsaussichten. Sportler erreichen in der Regel das Niveau, das sie vor Beginn der Beschwerden ausüben konnten. Beschwerden, die bei tiefer Beugung oder Innendrehung der Hüfte einsetzen, können ebenfalls sehr gut therapiert werden. Weist die Hüfte allerdings einen bereits fortgeschrittenen Verschleiß mit einer Aufhebung des Gelenkspalts auf, sind der Arthroskopie und ihrer Prognose Grenzen gesetzt. Die Hüft-Gelenkspiegelung ist als minimal-invasive Operation ein Verfahren mit wenigen Komplikationen. Sehr selten kann es zu vorübergehenden Sensibilitätsstörungen im Bereich der Hautschnitte oder durch den Zug am Bein im Bereich der Füße oder am Oberschenkel kommen.

Nachbehandlung

Werden Teile des Knochens des Kopfhalsüberganges abgetragen, sollte derPatient in der Regel für 2-4 Wochen an Unterarmgehstützen teilbelasten. Danach ist die beschwerdeadaptierte Vollbelastung gestattet. Nach 6 Wochen ist die Wiederaufnahme von Kontaktsportarten möglich. Die Operationen am Knorpel erfordern meist eine Entlastungsphase von 6 Wochen. Nach der Operation ist eine intensive Krankengymnastik unter Anleitung von Physiotherapeuten sinnvoll. Gezielt sollte am Bewegungsablauf, am Muskelaufbau und am Bewegungsumfang des Gelenks gearbeitetwerden.

Termine


27.03.19: 18:00 Uhr

Infoveranstaltung für Patienten, Angehörige und Interessierte. Der Eintritt ist frei.



04.09.19: 18:00 Uhr

Infoveranstaltung für Patienten, Angehörige und Interessierte. Der Eintritt ist frei.



23.11.19: 18:00 Uhr

Infoveranstaltung für Patienten, Angehörige und Interessierte. Der Eintritt ist frei.


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