Klinik für Unfall-, Wirbelsäulenchirurgie und Orthopädie

Die Klinik bietet ein breites Leistungsspektrum bei Erkrankungen und Verletzungen am Skelettsystem und dem Bewegungsapparat. Klassische orthopädische Krankheitsbilder und die Unfallversorgung bilden dabei Schwerpunkte.

Leitung

Chefarzt
Dr. med. Ulf Kerkhoff
Tel.: 0208 309-2461
Fax: 0208 309-2465
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Halswirbelsäulenerkrankungen

Einleitung

Das Standardverfahren bei Bandscheibenvorfällen oder Wirbelkörperbrüchen der Halswirbelsäule ist die ventrale Spondylodese (Versteifungsoperation). Hierbei wird der Operationszugang von vorne (ventral) gewählt. Durch Schrauben und Platten wird der Wirbelkörper stabilisiert. Im Anschluss erfolgt der Einsatz eines Knochenspans aus dem Beckenkamm oder das Einbringen von Knochenzement, um den Defekt zu überbrücken. Da eine Spondylodese immer eine Versteifung des betroffenen Wirbelabschnitts bedeutet, sollte die Indikation zur Operation genau gestellt werden.

Indikation

Bei Wirbelkörperbrüchen oder einem Bandscheibenvorfall im Halswirbelsäulenbereich, kann über eine operative Therapie im Rahmen einer ventralen Spondylodese nachgedacht werden. Wenn keine neurologischen Ausfälle oder therapieresistenten Schmerzen bestehen, kann zunächst eine konservative Therapie ohne Operation angestrebt werden. Kommt es unter der konservativen Therapie zu keiner Heilung, treten neurologische Ausfälle auf, oder bei zu starken Schmerzen, wird die operative Therapie eingeleitet.

Operationsverfahren

Die Operation erfolgt standardmäßig über einen Zugang von vorne (ventral), das heißt, der Patient wird in Rückenlage gelagert. Zunächst erfolgt ein Hautschnitt mittig des großen Muskels des Hals- und Nackenbereichs (Musculus sternocleidomastoideus). Die Weichteile des Halses werden gespalten und die Nerven- und Gefäßloge dabei geschont. Im Anschluss wird die betreffende Bandscheibe, sowie Knochenanhangsgebilde entfernt. Liegt eine Fraktur vor, muss diese aufgesucht und reponiert werden. Bei einem Bandscheibenvorfall wird anschließend der nun frei liegende Raum zwischen den beiden Wirbelkörpern durch Tantal- oder Carbon-Cages aufgefüllt. Bei einem Bruch wird der Wirbelkörper mit Hilfe einer Platte stabilisiert. Nachdem das Rückenmark und die Nervenwurzeln wieder frei liegen, kann die Wunde verschlossen werden. In der Regel wird zuvor eine Drainage eingelegt, welche für zwei Tage das Wundsekret nach außen ableitet. Dann erfolgt der schichtweise Verschluss des Operationsfeldes.

Komplikationen

Da bei der operativen Behandlung der Zugang an einer wichtigen Nerven- und Gefäßloge entlang führt, kann es zu Verletzungen von großen Gefäßen (Arteria carotis, Arteria vertebralis, Vena jugularis) und Nerven kommen. Hier gilt besonders der Nervus recurrens als gefährdet. Dieser dient der Öffnung und Schließung der Stimmlippen. Auch Verletzungen von Luftröhre (Trachea), Speiseröhre (Ösophagus) oder Rückenmark können aufgrund ihrer Nähe zum Operationsgebiet vorkommen. Insgesamt sind diese Komplikationen jedoch sehr selten. 

Nachbehandlung

Abhängig von Operationsverlauf und klinischem Befinden des Patienten, ist eine körperliche Schonung sowie eine Weichkragenversorgung für 2 bis 6 Wochen nach der Operation empfohlen. Vor allem extreme Belastungen und Bewegungen in der Halswirbelsäule sollten vermieden werden. Nach ca. 8 Wochen wird eine physiotherapeutische Therapie angeraten. Hier soll der Patient unter Aufsicht die Stärkung der Nacken- und Halsmuskulatur üben. In der Regel kann der Patient nach 4 bis 6 Wochen die gewohnte Arbeit wieder aufnehmen, wenn hierbei der Hals- und Nackenbereich nicht zu stark beansprucht werden. 

Termine


27.03.19: 18:00 Uhr

Infoveranstaltung für Patienten, Angehörige und Interessierte. Der Eintritt ist frei.



04.09.19: 18:00 Uhr

Infoveranstaltung für Patienten, Angehörige und Interessierte. Der Eintritt ist frei.



23.11.19: 18:00 Uhr

Infoveranstaltung für Patienten, Angehörige und Interessierte. Der Eintritt ist frei.


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