Klinik für Unfall-, Wirbelsäulenchirurgie und Orthopädie

Die Klinik bietet ein breites Leistungsspektrum bei Erkrankungen und Verletzungen am Skelettsystem und dem Bewegungsapparat. Klassische orthopädische Krankheitsbilder und die Unfallversorgung bilden dabei Schwerpunkte.

Leitung

Chefarzt
Dr. med. Ulf Kerkhoff
Tel.: 0208 309-2461
Fax: 0208 309-2465
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Fußerkrankungen

Allgemein

Die Entwicklung eines Spreizfußes mit den daraus resultierenden Zehendeformitäten ist klassischerweise eine Erkrankung, die Patienten im mittleren und letzten Lebensdrittel betrifft. Die Betroffenen sind mit einem Verhältnis von 4:1 überwiegend Frauen. Enges Schuhwerk mit hohen Absätzen gilt als wichtigster ätiologischer Faktor, wobei auch genetische Prädisposition, entzündliche Gelenkerkrankungen (rheumatoide Arthritis), Störungen des Kollagenstoffwechsels oder neuromuskuläre Erkrankungen und Überlastungen mit einem Spreizfuß einhergehen können.
Durch den Druck des zu engen Schuhwerks werden die Zehen nach innen gedrückt und führen zu den sog. "Hammer- und Krallenzehen", dem Digitus quintus varus (Kleinzeh nach innen verdreht) und dem Hallux valgus (Abweichen der Großzehe nach außen).
Durch die Verbreiterung des Vorfußes kommt es zu einer fächerförmigen Spreizung der Mittelfußknochen und einem Tiefertreten der Mittelfußköpfchen. Durch die unphysiologische Belastung entsteht die "Metatarsalgie", vorrangig des zweiten oder dritten Strahls; dies ist zumeist sichtbar an einer Fehlbeschwielung der Fußsohle.
Grundsätzlich klar davon zu trennen, ist die Arthrose im Großzehengrundgelenk, der Hallux rigidus, wobei es natürlich auch Mischformen gibt. Knöcherne Anbauten am Fersenbein werden je nach Lokalisation als Fersensporn (Unterseite) oder als Haglundexostose (Oberkante) bezeichnet. Die Morton-Neuralgie charakterisiert eine gutartige Nervenknotenwucherung eines Zehennervs im Zwischenzehenraum II/III oder III/IV unklaren Ursprungs.

Hallux valgus

Als Hallux valgus (Ballenzehe) wird die Achsabweichung der Großzehe nach außen bezeichnet. Der Hallux valgus ist zumeist Folge einer Spreizfußentwicklung mit den daraus resultierenden biomechanischen Problemen im Fußbereich wie Abflachung des Fußquergewölbes, muskuläres Ungleichgewicht und Verlagerung von Beuge- und Strecksehnen. Die dauerhafte Korrektur eines schmerzhaften Hallux valgus ist nur durch eine Operation möglich. Der Behandlungsversuch mit einer Nachtschiene ist in einigen milden Fällen gerechtfertigt. Häufig entstehen durch die Abweichung der Großzehe nach außen zusätzliche Fußdeformitäten wie Hammer- oder Krallenzehen. Durch den Druck des Schuhwerks und die Fehlbelastung können sich Reizzustände vor allem an dem Großzehenballen (Großzehengrundgelenk) bilden. Die Fehlbelastung bewirkt zudem die Entwicklung einer sog. Metatarsalgie (Mittelfußschmerzen) insbesondere des 2. und 3. Mittelfußknochen. Hier bildet sich eine druckschmerzhafte Fehlbeschwielung unter der Fußsohle. Es haben sich seit Keller (1904) und Brandes (1929) über 100 verschiedene Operationsmethoden zur Behandlung des Hallux valgus entwickelt. Heutzutage werden je nach vorliegendem Schweregrad der Deformität reine Weichteileingriffe und knöcherne Korrekturen an verschieden Lokalisationen des 1. Mittel¬fu߬kno¬chen durchgeführt.

Hammer- und Krallenzehen

Hammer und Krallenzehen sind typische Zehendeformitäten, die sehr oft mit dem Hallux valgus einhergehen. Durch zu enges Schuhwerk stoßen die Zehen an und werden verkrümmt, der Hallux valgus begünstigt dies durch seinen Druck auf die Zehen. Die kleinen Fußmuskeln verkümmern. Bei den Hammerzehen besteht eine fixierte Beugung in Zehenendgelenk, bei den Krallenzehen ein überstrecktes Grundgelenk bei gebeugtem Mittel- und Endgelenk. Auf den Zehen bilden sich schmerzhafte sog. Hühneraugen (Clavus) durch den Druck des Schuhwerks. Häufige Operationen sind die Entfernung des Köpfchens des Grundglieds (Hohmann) und die Verkürzung des Mittelfußknochens durch eine schräge Knochendurchtrennung (Weil), ggfs. in Kombination mit Sehnenversatzoperationen.

Fersensporn / Haglund-Exostose

Knöcherne Anbauten am Fersenbein stellen der Fersensporn und die Haglundexostose dar. Der Fersensporn ist an Unterseite des Fersenbeins lokalisiert und geht mit einer Reizung der Plantaraponeurose einher (Sehnenplatte der Fußsohle). Die konservative Therapie beinhaltet die Schuhzurichtung, physikalische Therapie (Stoßwelle) und lokale Injektionen. Die Haglundexostose beschreibt eine druckschmerzhafte Oberkante des Fersenbeins mit radiologischem Korrelat einer höckerartigen Verdickung des Tuber calcanei. Die konservative Therapie ähnelt der des Fersensporns. Die operative Spornabtragung ist in beiden Fällen nach erfolgloser konservativer Therapie möglich.

Morton-Neuralgie

Charakteristisch für die Morton-Neuralgie sind brennende Schmerzen an der Fußsohle in Höhe der Mittelfußköpfchen des zweiten bis vierten Zehenstrahls, sowie eine Druckschmerz im betroffenen Zwischenzehenraum. Gelegentlich ist eine spindelförmige Auftreibung tastbar. Ursächlich ist eine mechanische Überlastung bzw. eine anlagebedingte Störung eines Nervs (N. digitalis plantaris communis) im Zwischenzehenraum möglich. Nach Diagnosesicherung bzw. nach einer Therapie durch eine Injektion von Lokalanästhetikum kann in manchen Fällen eine operative Neuromentfernung erfolgen.

Wie lange dauert der stationäre Aufenthalt?

Viele Vorfußoperationen sind ambulant durchführbar. Allenfalls bei komplexen Operationen oder vielen Begleiterkrankungen ist eine stationäre Behandlung erforderlich.

Wie lange dauert die Nachbehandlung und wann kann man wieder arbeiten?

Die Nachbehandlung dauert in der Regel mehrere Wochen.Das Gehen ist unmittelbar nach Operation in einem sog. Vorfußentlastungschuh möglich. Dieser wird für 6-8 Wochen getragen. Je nach beruflicher Tätigkeit ist eine Arbeitsfähigkeit schon nach 2 Wochen (z.B. Bürotätigkeit) gegeben, ansonsten bei überwiegend stehender Tätigkeit nach 6-8 Wochen.

Was sind die häufigsten Probleme nach Vorfußoperationen?

Ein sehr häufiges Problem ist die Schwellung nach Operationen am Vorfuß. Aufgrund der Schwerkraft sackt das das Blut nach unten und verstärkt die postoperative Schwellneigung. In den ersten Tagen sollten sie den Fuß hochlagern und kühlen, ergänzend kann ein Lymphdrainage hilfreich sein.

Termine


04.09.19: 18:00 Uhr

Infoveranstaltung für Patienten, Angehörige und Interessierte. Der Eintritt ist frei.



23.11.19: 18:00 Uhr

Infoveranstaltung für Patienten, Angehörige und Interessierte. Der Eintritt ist frei.


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