Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie

Wir ermöglichen jährlich mehr als 10.000 stationäre und ambulante operative Eingriffe und Untersuchungen durch moderne Narkose und Regionalanästhesieverfahren. Die Intensivmedizin auf der Intensivstation und der Intermediate Care Station, die Schmerztherapie und die notärztliche Versorgung der Stadt vervollständigen unser Leistungsspektrum.

Strukturierte Aus- und Weiterbildung

Als Lehrkrankenhaus der Universitätsklinik Düsseldorf mit der vollen Weiterbildung für Anästhesie und der speziellen Intensivmedizin haben wir uns der studentischen Lehre und der ärztlichen Weiterbildung verpflichtet. Hierfür entwickeln wir spezielle Aus- und Weiterbildungskonzepte (Curricula). Charakteristisches Merkmal des Aus- und Weiterbildungskonzeptes ist eine Lernspirale von Famulanten zu den Studierenden im PJ hin zum Weiterbildungsassistenten und Facharzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Darüber hinaus besteht an unserer Klinik die Möglichkeit, die Fakultative Weiterbildung "Spezielle Anästhesiologische Intensivmedizin" und in Kooperation die "Spezielle Schmerztherapie" zu absolvieren. Zusätzlich zu unseren auf den Ausbildungsstand zugeschnittenen Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen baut die Klinik eine Kooperation zur Ausbildung am Anästhesie-Simulator auf.

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Lehrkonzept

Das Curriculum Anästhesiologie beschreibt praktische Fertigkeiten – sog. Skills -, die bis zum Erlangen des Facharztes für Anästhesiologie erreicht werden müssen. Den einzelnen Fertigkeiten wurde das für den jeweiligen Ausbildungsstand zu fordernde Kompetenz-Niveau (Skill -Level) zugeordnet (Tabelle 1). Für die Auszubildenden der einzelnen Abschnitte liegt hierdurch ein Anforderungskatalog für die Praktischen Fertigkeiten vor. Individuell können so der Lernprozess dokumentiert und etwaige Lücken im Ausbildungsprogramm detektiert und geschlossen werden.

Tabelle 1: Kompetenz-Ebenen (skill levels)

Ebene 1: nur Theorie
Prinzip, Indikation, Kontraindikation, Durchführung, Komplikationen

Ebene 2: gesehen haben, demonstriert bekommen
Theoretisches Wissen über die Fertigkeit und die Fertigkeiten wurden demonstriert

Ebene 3: angewendet und durchgeführt
Theoretisches Wissen und unter Aufsicht mindestens einige Male durchgeführt

Ebene 4: Routine
Theoretisches Wissen und Erfahrung in der Anwendung und Durchführung

Ebene 5: Ausbildung
Theoretisches Wissen und Erfahrung in der Anwendung, Durchführung und Fähigkeit zur Ausbildung von Kollegen und Studenten 

Zur Unterstützung der praktischen und theoretischen Ausbildung ist ein Weiterbildungsskript (Mitarbeiterhandbuch) in der Entstehung. Das Skript beinhaltet hierbei neben organisatorischen Informationen zu den jeweiligen Ausbildungsabschnitten, eine detaillierte Beschreibung von wichtigen praktischen Fertigkeiten mit Indikation, Kontraindikation und möglichen Komplikationen sowie eine Übersicht über die Ausbildungsmodule. Die Module dienen den unterrichtenden Ärzten z.B. am Patientenbett als Leitfaden und inhaltliche Stütze und gewähren neben der eigenen Stoffrekapitulation ein hohes Maß an standardisiertem Unterricht.

1.     Ziel des Weiterbildungscurriculums

Den Kolleginnen und Kollegen in der Weiterbildung zum Facharzt Anästhesiologie soll in der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie eine strukturierte Ausbildung geboten werden. Die Voraussetzung zur Fachärztin/ zum Facharzt für Anästhesiologie soll nach 5 Jahren in Vollzeittätigkeit erreicht sein.

2.     Struktur der Weiterbildung

Die Weiterbildung gliedert sich in vier Abschnitte: EINARBEITUNG, BASIS, INTENSIV, FORTGESCHRITTEN. Die Teilnahme der Mitarbeiter an den Ruf- und Bereitschaftsdiensten ist mit den Ausbildungsabschnitten verknüpft.

Abbildung 1: Schematischer Zeitablauf der Weiterbildung

3.     Inhalt der Weiterbildung

Die Ausbildung in der Klinik soll einen kontinuierlichen Lernprozess vom Berufseinsteiger bis zur Fachärztin oder bis zum Facharzt für Anästhesiologie widerspiegeln. „Insellösungen“ in der Ausbildung sollen vermieden werden. In der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie wurden hierzu praktische Fertigkeiten (sog. Skills) definiert, die bis zum Erlangen der Fachärztin oder des Facharztes für Anästhesiologie erlernt werden müssen. Allen Skills wurden in einem zweiten Schritt die für die jeweiligen Ausbildungsabschnitte zu fordernden Kompetenz-Niveaus (Skill-Levels, Tabelle 1) zugeordnet. Die Inhalte der Weiterbildung für die einzelnen Abschnitte sind so in Form eines Anforderungskatalogs festgelegt. 

 

4.     Rotation

Während der Ausbildungsabschnitte BASIS und FORTGESCHRITTEN rotieren die Assistentinnen und Assistenten durch die verschiedenen Teams der Klinik (Abbildung 2). Die Inhalte der Weiterbildung orientieren sich hierbei zum einen an den allgemeinen Ausbildungszielen und zum andern an den fachgebietsspezifischen Besonderheiten der Teams. Zu Beginn einer Rotation findet ein Gespräch zwischen der Teamleitung und der Mitarbeiterin oder dem Mitarbeiter statt.

Abbildung 2. Rotation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter während der Ausbildungsabschnitte BASIS, INTENSIV und FORTGESCHRITTEN.

EINARBEITUNG

Zu Beginn der Tätigkeit in der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie sind die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für 1 Monat fest einem oberärztlichen Mentor im Zentral-OP zugeteilt. In dieser Zeit werden die Grundfertigkeiten erlernt. Der Mentor dient als Tutorin oder Tutor und ist für die Einhaltung der Einarbeitung/Einweisung verantwortlich. Am Ende der Einarbeitung findet ein Mitarbeitergespräch mit dem Mentor und dem Chefarzt statt. Dieses Gespräch wird protokolliert.

Mit neuen Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern, die bereits einen Teil ihrer Weiterbildung in einem anderen Krankenhaus absolviert haben, wird zu Beginn ihrer Tätigkeit ebenfalls ein Weiterbildungsgespräch geführt und die weiteren Ausbildungsziele und –stationen geplant.

BASIS

Nach der Einarbeitung wird in dem ersten Jahr der Weiterbildung der Abschnitt „BASIS“ durchlaufen. In dieser Zeit findet eine strukturierte Rotation statt. Nach Ablauf der ersten Monate kann die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter als Rufdienst eingesetzt werden. Nach einem Jahr werden Weiterbildungsgespräche geführt. Im Gespräch wird die Planung für den Abschnitt „INTENSIV“ abgestimmt, dabei soll insbesondere der Wunsch und die Eignung des Mitarbeiters für das NEF besprochen werden.

INTENSIV

In der Regel wird im 2. Weiterbildungsjahr der Abschnitt „INTENSIV“ durchlaufen. Nach Ablauf der ersten Monate kann die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter im Bereitschaftsdienst eingesetzt werden. Im Abschnitt INTENSIV werden die intensivmedizinischen Weiterbildungsinhalte vermittelt.

FORTGESCHRITTEN

Im 3., 4. und 5. Jahr der Weiterbildung wird der Abschnitt „FORTGESCHRITTEN“ durchlaufen. In dieser Zeit findet eine zweite strukturierte Rotation statt. Die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter nehmen am Ruf- und Bereitschaftsdienst teil. Einzelne Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter können in die spezielle anästhesiologische Schmerztherapie oder erneut auf die Intensivstation rotieren. Ziel sollte in diesem Abschnitt sein, die Anforderungen für die Facharztprüfung im Bereich Anästhesiologie zu erfüllen. 

Im Modul FORTGESCHRITTEN werden die fachübergreifenden Weiterbildungsinhalte vertieft. Schwerpunkt der Ausbildung bilden die fachspezifischen Ausbildungsinhalte in den einzelnen Teams.

5.     Dokumentation der Weiterbildung

Die Dokumentation der Weiterbildung erfolgt nach den Vorgaben der Ärztekammer Nordrhein anhand eines Logbuchs. In diesem Heft werden alle Protokolle der Weiterbildungsgespräche, die Weiterbildungsprotokolle und die Nachweise der Weiterbildungsveranstaltungen gesammelt. Zusätzlich werden die Daten der Narkose (AnDOK)-Protokolle abgelegt.

Das Logbuch ist von der Mitarbeiterin oder dem Mitarbeiter in der Weiterbildung zu führen. Der Fortschritt der Weiterbildung wird jeweils gemeinsam während der Weiterbildungsgespräche protokolliert.

 

6.     Weiterbildungsgespräche

Mindestens einmal pro Jahr wird mit jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter in der Weiterbildung ein Gespräch nach Vorgabe der Ärztekammer geführt. Zusätzlich werden ab dem 2. Weiterbildungsjahr bei jedem Gespräch die bis zu diesem Zeitpunkt dokumentierten Anästhesien gemeinsam besprochen. Ziel der Gespräche ist es einerseits den Ausbildungsstand zu dokumentieren und andererseits Defizite in der Ausbildung rechtzeitig zu erkennen und diese gezielt zu beheben. Die Ausbildungsziele für den folgenden Abschnitt werden erörtert.

Verschiedene Oberärzte, die die Mitarbeiterin oder den Mitarbeiter aus dem jeweiligen Jahr beurteilen können, führen eine Beurteilung der praktischen Fertigkeiten anhand einer Checkliste durch. 

7.     Fortbildungsveranstaltungen

Neben der Ausbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Klinik wird von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erwartet, dass sie an Fortbildungsveranstaltungen teilnehmen. Eine Übersicht über die Fortbildungsveranstaltungen wird im Logbuch protokolliert.

Die Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie bietet verschiedene Fortbildungsveranstaltungen an:

  • Jeden 1. und 3. Dienstag im Monat:  Fortbildung für Assistenzärzte in Weiterbildung
    (Die Themen der Fortbildung für Anästhesistinnen und Anästhesisten in der Weiterbildung sind auf die Ausbildungsinhalte abgestimmt und im Intranet veröffentlicht).
     
  • Jeden 1. Mittwoch im Monat: Fortbildungen der Klinik
    Diese Veranstaltungen sind durch die Ärztekammer Nordrhein mit durchschnittlich 2 Fortbildungspunkten zertifiziert.

Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter erhält einmal pro Jahr eine Schulung in der Kardio-Pulmonalen-Reanimation.

Darüber hinaus wird die Teilnahme am umfangreichen Fortbildungsprogramm der ATEGRIS (Träger des Evangelischen Krankenhauses) finanziert und durch Freistellung aktiv unterstützt. 5 zusätzliche Fortbildungstage im Kalenderjahr geben die Möglichkeit externe Fortbildungen zu besuchen, auch diese werden je nach klinischem Nutzen finanziell unterstützt und zeugen von der Philosophie der Klinik durch Weiterbildung die Motivation und Qualität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stetig zu steigern. Auch individuell abgesprochene mehrjährige Fortbildungen (z.B. Zusatzstudium (MBA) oder Weiterbildungen zum OP- oder Qualitäts-Manager) werden durch Freistellungen und Finanzierungen unterstützt.

Fachübergreifende Fortbildungen der Assistenzärzte im Krankenhaus (u.a. Röntgenkunde, Notfallmedizin, DRG-Kenntnisse) runden das breite Fortbildungsprogramm ab.

Die Kooperation mit einem Simulationszentrum ist im Aufbau. Bei diesen Simulationsveranstaltungen werden anhand von Videoanalysen neben den technischen Fertigkeiten auch die sog. nicht-technischen Fertigkeiten wie die Kommunikation, das Teammanagement und die dynamische Entscheidungsfindung geübt.

8.  Evaluation der Weiterbildung - DGAI

Die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) führt jährlich eine internetbasierte und anonyme Evaluation der Weiterbildung durch. Die Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie beteiligt sich an dieser Umfrage.

Hat unsere strukturierte Weiterbildung Ihr Interesse geweckt, finden Sie hier Informationen  für eine Bewerbung als Assistenzärztin/arzt oder Fachärztin/Facharzt in unserer Klinik.

Zusätzliche Informationen erhalten Sie auf der empfehlenswerten  Seite des Berufsverbandes Deutscher Anästhesisten (BDA): www.anaesthesist-werden.de.

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